Wie schon im Fall der für die Hakoah im Augarten geplanten Gebäude (wir haben hier schon berichtet) ist die Stadt Wien wieder aufgerufen, attraktive Alternativstandorte nun auch für die Wiener Sängerknaben anzubieten; wie etwa am Stadtentwicklungsareal Nordbahnhof oder Nordwestbahnhof.
In das denkmalgeschützte Ensemble des Augartens passt die Halle für touristische Zwecke sicherlich nicht. Und schon garnicht muss sie auf einen öffentlichen Grund gesetzt werden, der von der Bevölkerung dermaßen benutzt wird.
Mehrmals haben Architekten die Konzerthalle schon umgeplant, sie hat sich vom „Kristall„zur „Tarnkappe“ gewandelt. Es ändert aber wenig an der Unverträglichkeit der Konzerthalle im denkmalgeschützten Parkareal.
Überprüfung vom Rechnungshof gefordert
Wahrscheinlich wird ein neuer Standort dem „Mäzen“ Pühringer aber nicht gefallen, bekam er den Augartenspitz doch vom Bund „geschenkt“; und zwar vom damaligen Minister Bartenstein.
Die Jahresmiete von Euro 10.000,00 für ein Grundstück in allerallerbester Lage gehört, wie Augartenanrainerin Dora Schimako heute bei der Pressekonferenz gefordert hat, rasch vom Rechnungshof geprüft.
Ob Bartenstein sein privates Eigentum auch so „verschleudert“?
Nordbahnhof – Nordwestbahnhof – Donauplatte
Drei Standorte suchen dringend kulturelle Aufwertung, zwei Stadtteile drohen Wohnwüsten zu werden, ohne Identifikationsorte, ohne gewerbliche oder Dienstleistungsbetriebe. An allen Orten sind Lösungen für den zu erwartenden Verkehr möglich, sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Alle drei Standort sind später hoffentlich mit Straßenbahnenund U-Bahnen gut ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen.
Was spricht dagegen, mit dem privaten Mäzen Pühringer in Verhandlung zu treten, dass er sein „Denkmal“ an einem anderen Ort erbaut?
Geld dürfte ja keine Rolle spielen und entweder meint er es ernst, die Sängerknaben zu unterstützen oder doch nicht?
Sängerknaben als Unternehmer
In einem Forumsletter (11/2008) der Kathreinbank schreibt Christoph Kraus, Vorstandsvorsitzender von Kathrein & Co über Pühringers Verhältnis zu den Sängerknaben:
„Denn für ihn sind die Sängerknaben ,kleine Unternehmer, die die Etats hereinspielen müssen’.“
Ein Schelm ist, wer hier Böses denkt.
Augartenspitz – ein wertvolles schützenswertes Kleinod
Also nochmals, die Besetzung des Augartenspitzes durch die BürgerInneninitiativen ist nicht gegen die Wiener Sängerknaben gerichtet, sondern wir kämpfen für den Augarten als öffentlichen Grünraum.
Und der Bund und die Stadt Wien sind aufgefordert, dieses denkmalgeschützte barocke Ensemble zu schützen und sich nicht feig als für nichtzuständig zu erklären, wie heute Stadtrat Schicker, oder kaiserlich, wie BM Häupl zu posaunen, der Augartenspitz gehört den Sängerknaben.
Was nun?
Habt ihr vergessen, Josef der II., hat es schon 1775 gesagt, der Augarten gehört dem Volke!
„Der Augarten – ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort!“



9 comments
Comments feed for this article
8. Juli 2009 um 11:12
Bericht von der Besetzungsnacht 3 – und der Räumung durch die Polizei « unser Augartenspitz
[...] Es gibt genügend Alternativstandorte für die Konzerthalle [...]
8. Juli 2009 um 13:25
Tom Schaffer
Gibt es genauere Informationen dazu, wie genau Pühringer zu dieser Miete gekommen ist – und was genau Bartenstein dabei gemacht hat?
9. Juli 2009 um 11:22
Uschi Lichtenegger
Sorry, nein, habe diese Frage auch schon an Sabine Gretner weitergeleitet. – Aber Wohnungen ab 70 m2 aufwärts rundherum kosten mehr als diese 10.000 Euros im Jahr.
Wir recherchieren gerade, was die ÖBB für den Grund am Nordbahnhof und Nordwestbahnhof verlangt, um es gegenüberstellen zu können. Melde mich wieder.
8. Juli 2009 um 15:55
Die Wega hat amtsgehandelt – der Augartenspitz ist geräumt « unser Augartenspitz
[...] Bohr- und Rodungsarbeiten werden wohl noch heute beginnen. Der private Mäzen will schließlich seine Cash-Cow bald sprudeln [...]
9. Juli 2009 um 11:13
Uschi Lichtenegger
Vielleicht wollen sie auch nach Erdöl bohren? Die Fonds haben haben ja ziemlich verloren, so hört man. Auch das Coburg soll zum Verkauf stehen. – Weiß wer mehr?
9. Juli 2009 um 06:18
Nochmals “Waldohreule” plus die Mär vom Baubescheid « unser Augartenspitz
[...] diese Behörde hat nun auch zu prüfen, ob es mit der Tarnkappenhalle der Tourismusindustrie in einem Natur- und Denkmal geschütztem Raum tatsächlich keine Bedenken gibt. Und ob es unter [...]
9. Juli 2009 um 11:04
Uschi Lichtenegger
Bin gerade auf der Suche nach Ornithologen, die nicht von Aufträgen der „Öffentlichen Hand“ so abhängig sind und auch mit ihrem Namen zeichnen, daß die Waldohreule in alten hohen dichten Bäumen am Augartenspitz nisten.
9. Juli 2009 um 12:40
Wo sind unsere Zelte? Wo ist unser Eigentum? « unser Augartenspitz
[...] 10 Minuten: Er habe eine Mitteilung bekommen, die WSK-Errichtungsgesellschaft werde sich nächste Woche mit mir in Verbindung setzen. Die Fa. Hazet wird die Sachen nicht [...]
17. Juli 2009 um 17:03
Die Deeskalationsschraube dreht in die falsche Richtung « unser Augartenspitz
[...] Es gibt genügend Alternativstandorte für die Konzerthalle [...]