Du durchsuchst gerade das Tagesarchiv für den 8. Juli 2009.
Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, warum … jetzt … Wald-ohr-eule??
… und das an einem Tag der Räumung durch die Polizei, des Rausgetragen Werdens, der Pressekonferenz und Demo …
Nun einfach deswegen, weil sie ein kleines wichtiges Detail und vielleicht so etwas wie ein Symbol dafür ist, wofür wir am Augartenspitz kämpfen.
Gestern erreichte mich eine email von einer Freundin aus der Josefinengasse:
„Waldohreulen besucht! Ein halbwüchsiges Eulenkind saß im Hof und hat laut protestiert. Dann kam die Mama mit den Einkäufen und es gab anscheinend Futter – jedenfalls hat dann das Gefiepse ein Ende gehabt.“
Artikel aus dem Grünspecht Nr. 1/2007, S. 3
von Brigitte Redl-Manhartsberger
Sie tragen blaue Matrosenuniformen,
Aber auch die feierlichen weißen.
Das macht sie unverwechselbar,
Und natürlich ihre goldenen Kehlen.
Gerne sehen die Eltern ihre Chorknaben im Fernsehen und in prachtvollen Konzerten in vorderster Reihe stehen:
Botschafter Österreichs
Als jüngste Botschafter der Republik Österreich und ältester Knabenchor des Abendlandes sind sie vokaler Aufputz großer Staatsakte. Ihre Residenz ist das Palais Augarten. Repräsentative Säle und Salons, üppig aufgerüstet mit Stuck- und Freskokunst der Marke “Kaiserliches Wien” sind der ideale Rahmen glanzvoller Empfänge internationaler Zelebritäten, von Lady Di bis Dalai Lhama.
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und hier geht’s zum Erlebnisbericht von Uschi, wie sie ihre Räumung aus vorderster Reihe miterlebt hat …
Heute morgen hat die Anti-Terrorgruppe Wega der Polizei den Augartenspitz geräumt.
Der Augartenspitz gehört der Republik Österreich, also uns Allen!
Die Burghauptmannschaft verwaltet den Augartenspitz nur im Auftrag des Volkes.
Wir protestieren auf’s Schärfste gegen die kalte Enteignung des öffentlichen Raumes!
Kommt heute Nachmittag zur großen Demo FÜR den Augarten!
Zeit: Mi., 8.7., 15h
Ort: Vor der Einfahrt zum Augartenspitz
(2, Obere Augartenstraße/Castellezgasse)
Nacht vom 7. auf 8. Juli, Di auf Mi. 23.00 Uhr,
alles ruhig, kein Kino wie noch nie, es regnet. Trotzdem gute Stimmung unter den BesetzerInnen, ca. 25 Leute sind da. Das Risotto wird nochmals gewärmt, Superbertram vor Wind und Regen in das Pförtnerhäuschen in Sicherheit gebracht.
Müde ziehen sich mehr und mehr die BesetzerInnen in die Zelte zurück. So auch ich um Mitternacht.
Gegen 6.30 früh:
“Hier spricht die POLIZEI!!!“
Über ein Megaphon ist die Polizei zu hören. Wir seien illegal auf dem Grundstück und werden gebeten, das Grundstück zu verlassen, sonst werde es geräumt …
Es geht los, Action
den Bericht weiterlesen …

Gewaltfreier Widerstand für den Augarten, gegen private ökonomische Interessen
Heute, Mi., 8.7. um 6:30 in der Früh versammelten sich ca. 15 Mannschaftswägen der Polizei mit an die 100 Polizisten (Polizistinnen kamen erst später dazu) vor der Einfahrt zum Augartenspitz und forderten die AugartenschützerInnen auf, den Augartenspitz zu verlassen.
Um 7 Uhr begann schließlich der Polizeieinsatz, der auf Veranlassung der Burghauptmannschaft Wien erfolgte. Hier ein Video davon.

Das Schloss wird aufgeschnitten
Die AugartenschützerInnen, die sich am Gelände befanden, wurden nacheinander rausgetragen. Einem Augartenschützer, der sich mit einem Fahrradschloss an das große Einfahrtstor gekettet hatte, wurde das Schloss sehr ruppig aufgeschnitten.
Zur Zeit stellen die Bauarbeiter gerade einen neuen Bauzaun auf. Die Wega ist inzwischen abgezogen und eine private Security-Mannschaft hat die Bewachung des Areals übernommen.
Die Bohr- und Rodungsarbeiten werden wohl noch heute beginnen. Der private Mäzen will schließlich seine Cash-Cow bald sprudeln sehen.
Es ist einfach deprimierend, wenn man zuschauen muss, wie der Öffentlichkeit der öffentliche Raum geraubt wird. Und das von den sogenannten „Freunden und Helfern“ im Auftrag der Burghauptmannschaft, die das Gelände, das nicht ihr gehört, nur für die Allgemeinheit verwalten soll.

Bauarbeiter mit Polizeieskorte
Seit 6.30 in der Früh ist die Räumung des Augartenspitzes im Gange.
Mit Megaphon wurden die BesetzerInnen aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Es gab 3 Aufforderungen. Wenn ihnen nicht nachgekommen würde, sollte um 7.00 die Räumung durch die Polizei erfolgen.
Nun, die Männer wurden bereits hinausgetragen, nachdem freilich niemand der Aufforderung gefolgt ist.
Jetzt halten die Frauen gerade noch die Stellung.
An Alle, denen das möglich ist:
Bitte kommt dringend vorbei!


