Heute früh war es also so weit. Die Rodungsspezialisten der Firma „Grünwert“ (kein Scherz) haben unter massiven Polizeischutz (15 Mannschaftswagen) mit der Rodung der Bäume begonnen.
Es gelang einigen AugartenschützerInnen allerdings auf Bäume zu klettern und diese unter Einsatz ihrer Gesundheit zu schützen. Derzeit sind insg. 6 AktivistInnen auf 4 Bäumen. Doch das war den Rambos im Auftrag der Sängerknaben egal. Sie haben dennoch Äste von den Bäumen geschnitten, auf denen die BaumschützerInnen sitzen. Marke Salamitaktik, und das mit einem Grinsen im Gesicht. Die Polizei hat bereits erklärt, dass sie für die Sicherheit der BaumschützerInnen nicht mehr garantieren kann.
Normalerweise käme jetzt der Satz ‚Wieso muss erst etwas passieren, bevor etwas passiert?’. Doch diesmal kommt der Satz bereits zu spät, denn es ist bereits etwas passiert. Eine ältere Frau wurde, nachdem sie von der Polizei aus dem Gelände weggetragen wurde, mit der Rettung abtransportiert. Mit Verdacht auf Herzinfarkt.
Dem Sängerknaben-Präsident Nettig dürfte das alles egal sein, offenbar hat er die Baufirma angewiesen, ohne Rücksicht auf Verluste das Gelände baumfrei zu machen. Die diversen Gesprächsangebote der AugartenschützerInnen hat er nicht angenommen. Auch Bürgermeister Häupl hat sein Versprechen, zu vermitteln nicht gehalten. Nettig beruft sich auf sein „Recht“ zu bauen, alles andere ist ihm offenbar egal.
Doch nicht erst seit Hainburg wissen wir: ‚Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.’ Ein erstes großes Zeichen des Widerstands nach der heutigen Brutalo-Räumung ist die Kundgebung der AugartenschützerInnen um 15 Uhr am Augartenspitz. Kommt alle und schaut euch selber diese Schande einer angeblichen Kulturinstitution an.
Wolfgang





6 Kommentare
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8. März 2010 um 14:52
cato
mir gehen diese altknaben, und was für ein passender namen für die rotzbuben des establishment mit ihren eigenen pr-abteilungen, also mir gehen diese altknaben so etwas von auf die nerven.
“rambo” ist da ganz passend zur beschreibung, was sich hinter ihnen wirklich verbirgt.
im medienöffentlichen bild sind es natürlich “honorige persönlichkeiten”, integer und mit preisen der stadt wien und der republik behängt. aber wehe man/frau kennt diese honorigen persönlichkeiten mal genauer und hat mit ihnen zu tun. *urks*
9. März 2010 um 05:37
Bitte um Solidaritätsbesuche am Spitz « Das Josefinische Erlustigungskomitee rufet das Volk!
[...] Gestern fand eine unglaubliche Zerstörungsaktion am Augartenspitz statt, wie u.a. hier nachzulesen. Die noch am Augartenspitz befindlichen AktivistInnen (Stand Dienstag 6:30) bitten um [...]
10. März 2010 um 10:58
Markus
Hallo,
das verrückte dabei ist das diese Firma Grünwald vor 2 Jahren damit Werbung gemacht hat in Wien Bäume aufzustellen, und jetzt sowas.
Liebe Grüsse,
Markus!
… das war 2008:
In der vergangenen Herbstsaison wurden bei nur 2 Bauvorhaben über 850 neue Bäume in Wien gepflanzt. Wir meinen, dass sind nicht nur „Good News“ für die Stadt, sondern diese Bäume sorgen auch in Zukunft für eine gute, sauerstoffreiche Stadtluft.
√
14. März 2010 um 16:44
Alexander
Mir als langjährigem Fan der Wiener Sängerknaben aus Deutschland sind diese Auseinandersetzungen hinsichtlich des Bauvorhabens absolut neu.
Lange war mir bereits bekannt, dass die Institution den Konzerthausbau plante. Dass es wegen des Platzbedarfs im Park gewisse Widerstände gab, ließ sich aus Berichten auf der WSK-Homepage entnehmen.
Die jetzt stattgefundene Eskalation macht mich nun aber doch sehr betroffen. Gab es keine Alternative für ein passendes Grunstück ?
14. März 2010 um 20:15
hc voigt
oh, es gäbe jede menge alternativen und es gab viele versuche, den wsk alternativen schmackhaft zu machen.
die wsk haben allerdings alternative standort, ob na oder fern, von vornherein nicht geprüft, weil diesen und nur diesen standort durchbringen wollten und zuversichtlich waren, das auch zu schaffen.
24. Januar 2012 um 13:58
Rescheneder
Probleme im Augarten ?!
Wien, am 24.1.2012 – Die Beschreibung des Augarten in der Theorie: –Der Augarten ist der älteste Barockgarten Wiens und gehört zu den bedeutendsten Grünanlagen Österreichs, in der schon Größen wie Mozart, Beethoven, Schubert, Strauß, Lanner ihre Künste zum Besten gegeben haben. Wunderbare Bauten wie das Schloss Augarten, das Augartenpalais und das Joseph-Stöckl, die heute unter anderem Sitz der Wiener Sängerknaben sind, beglücken das Auge des Besuchers. Das Augarten Contemporary mit Skulpturengarten beheimatet heutzutage zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere.
Die Beschreibung des Parks in der Praxis: — Der Zustand des Parks ist heute alles andere als ein Barockgarten. Dieser Name gilt nicht mehr, nachdem viele Institutionen die im Augarten niedergelassen haben und ihre Bereich abgesteckt haben. Man hat Zäune errichtet und damit die Parkbesucher ausgegrenzt. Was von Barock übrig blieb ist entweder nicht zugänglich oder der Schlosshof wurde zum Teil als Parkplatz umfunktioniert. Eine verstärkte Auto- und Motorradzufahrt ist heute die gängige Praxis. Niemand sorgt für die Einhaltung (Gesetzesverletzung) des generell gültigen Parkverbotes. Zwei furchtbar aussehende Flakbunker, bei denen viele Besucher gar nicht mehr wissen worum es dabei überhaupt geht, dürfen keiner archiktektonischen Veränderung (Verschönerung) zugeführt werden weil der ganze Augarten unter Naturschutz steht. Der Contemporay-Park der früher ein schöner gepflegter Kunstgarten war ist verwahrlost und wird nur zu bestimmten Zeiten für die Besucher geöffnet.
Nicht zuletzt bringt die dauernde Diskussion über den bereits im Rohbau fertig gestellten Konzertsaal für die Sängerknaben den Augarten dauernd in die negativen Schlagzeilen. Die bei der Baubewilligung dieses Saales aufgetretenen Unregelmäßigkeiten ändern die Situation heute nicht mehr.
Man sollte froh sein das in einem generell verwahrlosten Augarten wieder moderne Architektur entsteht, wie dies in vielen anderen Kulturstädten Europas bereits der Fall ist. Man kann sich derzeit in der Postsparkasse (Georg–Coch-Platz – Wien 1) über diesen modernen Bau eingehend informieren. Unverständlich, dass von Gegnern aus der Vergangenheit über diese Projekt lustig oder verbissen protestiert wird. Es ist eine große Aufwertung für die Wiener Kulturszene. Heute noch gegen bürokratisch falsch abgelaufenen Baubewilligungen zu protestieren, schadet dem Ansehen Wiens und Österreichs. Die Kräfte sollten eher dafür verwendet werden, einen neuen Gesamtmasterplan für den Augarten zu erstellen, denn jeder Park des Magistrates in Wien nist besser gepflegt als der Augarten, für den die Bundesgärten verantwortlich sind. Die Verwaltung durch die verschiedenen Behörden für den Augarten ist aus heutiger Sicht unübersichtlich. Niemand ist zuständig ! Es zeigte sich in der Folge, dass die Interessen zu unterschiedlich waren und die einzelnen Vorstellungen über die Zukunft des Augartens laufen auseinander. Es kam eher zu Konflikten als zu Einigungen über verschiedene Zukunfts-Projekte.
Die einzelnen Interessen waren zu unterschiedlich. So gibt es Proteste die bis heute anhalten, da Projekte nicht im Sinne der Besucher des Augartens gelöst wurden. Letztlich haben die verantwortlichen Behörden begonnen ihre Ziele ohne Einbeziehung der Bürger zu verwirklichen. Damit leidet der Ruf des Augartens generell und auch Gartenpflege durch die Burghauptmannschaft und Bundesgärten wurde sträflich vernachlässigt.
Ein Neubeginn unter Einbeziehung aller interessierten Kräfte ist daher ist daher dringend notwendig !
Karl Rescheneder – Wien – karlrescheneder@hotmail.com