Im wöchentlichen Pressegespräch hat heute Dr. Michael Häupl en passant zu Causa Augartenspitz Stellung genommen (hier die Presseaussendungen von FPÖ, ÖVP und Grünen). Der Bürgermeister hat unmissverständlich klar gestellt, dass

1. er sich diesen Bau an diesem Standort wünscht;

2. er den Einsatz von physischer Gewalt für nicht richtig hält;

3. dass man seiner Auffassung nach auf gut wienerisch „drüber reden“ sollte, weil das die Art sei, wie in dieser Stadt mit Konflikten umgegangen wird.

Drei Botschaften also, von welchem die erste den Wiener Sängerknaben politisch neuerlich den Rücken stärkt; die zweite den Burghauptmann Beer rüffeln will für den unverhältnismässigen Einsatz der Antiterror-Einheit WEGA.

Und die dritte, das „drüber reden“, ist nach der Festlegung des Bürgermeisters für den Standort ohne jede Relevanz. Die Burghauptmannschaft und das Wirtschaftsministerium hatten die Gelegenheit torpediert, im Rahmen des Leitbildprozesses mit allen Beteiligten darüber zu reden und zu verhandeln, indem sie vollendete Tatsachen mit dem Mietvertrag für die Sängerknaben geschaffen haben.

Das konnten sie tun, weil sie vom Bürgermeister dieser Stadt hinter den Kulissen grünes Licht für den Bau signalisiert bekamen und nach wie vor bekommen. Häupl trägt allein die politische Verantwortung für die Art und Weise, wie dieser Konflikt bisher verläuft.

Der Bürgermeister selbst war es, der den Leitbildprozess (als Bürgerbeteiligungsverfahren) hintergangen hat. Daher ist seine Ankündigung, in irgendeiner Weise darüber zu reden und brauchbare Alternativen zu verhandeln more of the same: drüber fahren und ein unwürdiges Einläuten der Schlussrunde seiner politischen Karriere…

(Ich unterstelle weiters, dass der Bürgermeister von Wien im Vorfeld Kenntnis haben musste von der Räumung des Augartenspitzes durch die Antiterror-Einheit WEGA, handelt es hierbei immerhin um die Alarmabteilung der Wiener Polizei…)