Eine Antwort an Herrn Nettig

Gleich am Anfang unterstellt Nettig den „Aktivisten“ und dem „Josefinischen Erlustigungskomittee“ eine Hatz auf die „singenden Botschafter“. Hat irgendjemand in den letzten Jahren auf die Kids gehetzt? Niemand hat auch nur angedeutet, dass die Buam“ Kinderarbeit leisten, niemand hat auch nur je gesagt, dass sie in dem Palais nicht kindgerecht untergebracht sind… Und wir unterstellen Nettig ja auch nicht, dass er die Polizei unter Vortäuschung falscher Tatsachen in den Augartenspitz gelockt hat. Oder dass er den Auftrag für die Tätlichkeit gegen den Mitarbeiter im Filmarchiv in Auftrag gegeben hat. Das wäre nämlich die gleiche Ebene, die Nettig mit dem Artikel in der Krone anschlägt.
Nein, wir gehen davon aus, dass er nicht wusste, dass man fürs Bohren und Entnehmen von Proben aus dem Boden ab einer bestimmten Tiefe – das Grundwasser betreffend – eine Bewilligung braucht, dass er nicht wusste, dass sogar Geschäftsführer einer Konzerterrichtungsgesellschaft tätlich werden können. Aber andersrum frage ich mich auch, wenn die Leitung einer Institution, wo Kinder ihr Talent entfalten und gut ausgebildet werden, dafür auch viel reisen und arbeiten müssen, solche Töne anschlägt, ist sie auch die richtige Leitung für eine Institution für Kinder?
Als Mutter ist es mir viel wichtiger, dass es den Kids gut geht, dass sie Freiraum neben Schule und Ausbildung und Üben und Konzerten haben, dass sie kindgerecht untergebracht sind, dass sie pädagogisch gut betreut sind und sich in ihrer Umgebung wohl fühlen… Zum Beispiel auch, dass sie den Augartenspitz, die unberührte Natur dort kennen lernen können, Kontakt mit anderen Kids haben… Vielleicht tun sie das heimlich, das würde ich mir wünschen!

Nichtsdestotrotz sind da die Unwahrheiten oder Nichtrichtigkeiten

Nettig liegt hier total falsch, der Augartenspitz ist nicht schon immer Bauland gewesen. Da gab es eine Flächenwidmungsänderung, gedacht für das Filmarchiv, für die Sicherstellung des Sommerkinos. Weiters wurde nicht nach den Wünschen der BürgerInnen umgeplant, sondern nach den Auflagen der Behörden.
Das Argument Steuergeld. – Es ist auch nicht sicher gestellt, was passiert, wenn der Fonds des Hrn. Pühringer in einer Krise nicht mehr so gut dotiert ist, wer zahlt dann den laufenden Betrieb der Konzerthalle?
Und warum wird der Grund so verschenkt? 10.000 Euro Miete jährlich entspricht nicht den ortsüblichen Preisen, die liegen eher bei 80.000 Euro im Jahr oder darüber.
Warum erwähnt das Herr Nettig nicht???

Wer gefährdet das Kulturstadt-Image?

„Handvoll Aktivisten gefährdet Wiens Kulturstadt-Image“

Herr Nettig, weit über 10.000 Unterschriften gibt es für den Erhalt des Augartenspitzes, und es läßt vermuten, daß diese „handvoll“ sich weiter einsetzen wird, um den Spitz zu schützen. Das Kulturstadt-Image Wiens wird gefährdet, aber durch Polizeiaktionen gegen friedvoll protestierende BürgerInnen. Das Kulturstadt-Image Wiens wird gefährdet, aber durch Zerstörung von Grünraum. Das Kulturstadt-Image Wiens wird gefährdet, solange Parkanlagen, wie das Augarten-Palais, nicht öffentlich zugängig sind. Das Kulturstadt-Image Wiens wird gefährdet, wenn BürgerInnenproteste „Hatz“ gegen Kids genannt werden.
So frage ich Sie als Präsidenten der Wiener Sängerknaben, Senator h.c. Prof. KommR Walter Nettig, wer gefährdert nun das Kulturstadt-Image Wiens?