hier mal wieder etwas aus der Kategorie ‚Hintergrundinfos‘:

Im Jahre 1999, knapp nachdem die Teilverbauung im Augarten durch den Sportverein HAKOAH abgewendet wurde, kam es zu einem Grundsatzbeschluss der Bezirksvertretung.
Dieser Grundsatzbeschluss sah vor, den Augarten baufrei zu halten.

Zeitgleich wurde von der Stadt Wien auch der Flächenwidmungsplan neu überarbeitet. Im Zuge dessen wurde – auf Intervention der Burghauptmannschaft – der Teil am „Augartenspitz“, wo schon bisher das Sommerkino des Filmarchivs stattfindet, mit einer Bauwidmung versehen.

Umbaute Fläche Augartenspitz: 10.853 m², davon darf 30 % verbaut werden.
15 % sind schon verbaut – das sind die Gebäude des Filmarchivs.
Die restlichen 15 % wären 1.220m² – die will der Pseudo-Mäzen Pühringer für seine Konzerthalle nutzen.

Der Grund für die Flächenwidmung 1999:
Das Filmarchiv wollte dem damals schon bestehenden und kulturell erfolgreichen Sommerkino eine wetterunabhängige Spielstätte sichern. Die Rede war bei der Projektvorstellung von einem „Flugdach“, Erdbefestigung und einem Kleingebäude für die Projektoren.
Das wäre ein harmloser Eingriff ins Gesamtensemble gewesen, zugunsten einer in Wien ohnehin stark vernachlässigten Kunst- und Kulturrichtung.

Diesem Plan wollten damals auch die Leopoldstädter Grünen nicht im Wege stehen, da sich diese Nutzung auch als durchaus parkverträglich darstellte, berichtet Bezirksvorsteher Stellvertreter Adi Hasch.

Auch das Bezirksparlament des 20. Bezirks beschloß am 20.9.2006 den Resolutionsantrag, mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ, also stimmeneinhellig, den Augarten von weiteren Verbauungen freizuhalten.

Zur Vollständigkeit:
Die Gesamtfläche des Augartens beträgt 481.172 m².

Der Öffentlichkeit nicht frei zugänglich sind etwa 127.000 m² (Wiener Sängerknaben, Bundesgartenverwaltung, Porzellanmanufaktur), das sind etwa 26 % des Parks.
Für die Bevölkerung frei zugänglich ist die Restfläche von 354.000 m², das sind etwa 74 % des Parks.