Primär geht es bei dem Disput über die geplante Konzerthalle der Sängerknaben am Augartenspitz natürlich um die Frage, ob öffentlicher Grünraum im Stadtzentrum an Private vergeben werden darf.

Aber die Konzerthalle würde auch beträchtliche Verkehrsprobleme verursachen, die bei diesem Standort wohl kaum in den Griff zu bekommen sind. Doch die Stadt Wien betreibt hier reine Vogel-Strauß-Politik.


Die Empfehlungen dieses Verkehrsgutachtens können nicht umgesetzt werden

Die Pühringer Privatstiftung, der Financier des Projekts, hat 2006 das Institut des TU-Professors und Verkehrsplaners Hermann Knoflacher mit der Erstellung eines Verkehrsgutachten für das Konzerthallen-Projekt beauftragt. Das Gutachten ist in der Realität allerdings nicht umsetzbar. Es ist nämlich überhaupt nicht mit der Bezirksvorstehung Leopoldstadt akkordiert, in deren Kompetenz die Umsetzung dieser Vorschläge (inkl. Finanzierung) fallen würde.

Die wichtigsten Empfehlungen des Gutachtens sind in der Realität nicht umsetzbar. Weder die Ausstiegsstelle für die Reisebusse, noch die Einbahn in der Castellezgasse Richtung stadteinwärts, noch das Anwohnerparken (nähere Erklärungen dazu im Video).

Wo parken die Autos der BesucherInnen?

Laut Gutachten sind die Parkplätze in der näheren Umgebung um 18h zu 95% und um 22h zu 99% ausgelastet. Wir schätzen, dass ca. 50 Besucherautos pro Vorstellung kommen werden. Diese zusätzlichen Autos der BesucherInnen werden daher zu einem echten Parkplatzmangel für die AnrainerInnen führen, die erst nach 18h nach Hause kommen.

Die SPÖ ist sich der Verkehrsprobleme bewußt - warum handelt sie nicht?

Die SPÖ ist sich auch bewusst, dass die Konzerthalle zu einem Verkehrsproblem führen wird. In einem Antrag der SPÖ-Leopoldstadt aus dem November 2006 heißt es in der Begründung wörtlich. „Der geplante Standort birgt neben zahlreichen in der Öffentlichkeit angeführten Problemen vor allem ein Verkehrsproblem in sich.“

Was ist zu erwarten?

Sollte die Konzerthalle je ihren Betrieb aufnehmen, wird sie im näheren Umkreis zu großen Verkehrsproblemen führen. Die Frage der Ein- und Ausstiegsstelle für die  Bustouristen ist völlig ungeklärt und die parkenden Autos der anderen KonzertbesucherInnen werden den AnrainerInnen die Parkplätze verstellen.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Burghauptmannschaft schließlich auf der Wiesenfläche zwischen Oberer Augartenstraße und Augartenmauer Parkplätze für die Busse genehmigen wird.

Ebenso erscheint es unter dem Gesichtspunkt der zu erwartenden Verkehrsprobleme erklärlich, warum die SPÖ Leopoldstadt unbedingt unter der Leopoldsgasse vor der Polizei eine Wohnsammelgarage durchdrücken möchte. Für dieses Projekt wird derzeit bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Damit den KonzertbesucherInnen genügend freie Parkplätze im Straßenraum geboten werden können, werden die BewohnerInnen des Karmeliterviertels gezwungen, jährlich 900 Euro für einen Garagenplatz zu berappen.

Der Standort ist für dieses Projekt völlig ungeeignet

Es ist völlig unverständlich, warum die Stadt Wien vom Projektwerber nicht schon im Vornherein ein schlüssiges, umsetzbares und mit der MA46 akkordiertes Verkehrskonzept einfordert. Das ursprünglich erstellte Verkehrskonzept ist jedenfalls nicht mehr umsetzbar.

Solange jenes nicht vorliegt, darf die Stadt Wien den Weiterbau der Konzerthalle nicht genehmigen. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass es überhaupt Lösungen für die durch die Konzerthalle hervorgerufenen Verkehrsprobleme an diesem exponierten Standort gibt.

Uschi Lichtenegger, Klubobfrau der Grünen Leopoldstadt und Umweltsprecher Rüdiger Maresch

Uschi Lichtenegger und Rüdiger Maresch warnen vor Verkehrsproblemen für die AnrainerInnen

Um auf diese Tatsache hinzuweisen, haben heute Uschi Lichtenegger, die Klubobfrau der Grünen Leopoldstadt und Gemeinderat Rüdiger Maresch, der Umweltsprecher der Wiener Grünen in einer Pressekonferenz hingewiesen.