In einem Artikel in der Presse von Rainer Novak, Print 28. August 2009, kündigt Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokory den Neubau des Wien Museums an, ein Projekt mit international ausgeschriebenem Architekturwettbewerb, das sei alles bereits mit Bürgermeister Häupl fixiert.

Das 50 Jahre alte Wien Museum, früher Historisches Museum der Stadt Wien, wirkt auch wie eine Historie, hineingepfropft sind vielfach die Ausstellungsstücke. Hervorragende Ausstellungen und noch so interessante Veranstaltungen leiden oft entweder am zu engen Raum oder an der schrecklichen Akustik.

Der Stadtrat: „Ein städtisches Museum wird nicht nur ein neues Gebäude, sondern ein völlig neues Museum, in dem natürlich die Bestände, also die über 1,5 Millionen Objekte der Wiener Stadtgeschichte, gezeigt werden, aber eben auch neue Diskussionen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen geführt werden sollen.“ Soll heißen? „Das kann dann eine Plattform für eine Integrationsdebatte sein, aber etwa auch für die aktuelle Debatte um den Neubau des Sängerknaben-Konzertsaales.“

Ohoooo!!! Wird die Konzerthalle gleich zum Museum mitgeplant? Dürfen die BesucherInnen des Museums sich gleich an den Sängerknaben erfreuen? Unzählige Synergieeffekte fallen frau da ein. Und der schimmernde Kristall in all seinen Facetten, und die Konzerthalle müßte sich nicht mehr als „Tarnkappenbomber“ im Augartenspitz hinter den denkmalgeschützten Mauern verstecken. Aber zu früh gefreut ist später oft bereut. Es gibt dafür noch keine bestätigten Aussagen.

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Links die Elbphilharmonie, April 2009. 2012 soll sie eröffnet werden.

Ein „klares Angebot und eine deutliche Ausrichtung für Kinder“ fordert Mailath-Pokorny weiter, was hier eine „Eindeutigkeit“ auf einen Hinweis für die Konzerthalle der Sängerknaben wäre. Und er verweist auf die Elbphilharmonie in Hamburg, die in dem neuen Stadtteil Hafencity stetig wächst und das weist doch hin in Richtung Donauplatte.


War die Auseinandersetzung im Augartenspitz von „oben“ gesteuert?

Den üblichen Streit um Architektur und Standort erwartet der Stadtrat aber ebenfalls: „Das Museumsquartier funktioniert auch deswegen so gut, weil jeder eine Meinung dazu hatte. Nicht schlimmer für ein Kulturprojekt, als wenn alles glatt über die Bühne geht“, meint zumindest Mailath-Pokorny.

Hier scheiden sich die Geister. Es ist auch gut für ein Kulturprojekt, wenn es glatt über die Bühne geht, wenn nicht über AnrainerInnen hinweg entschieden wird, wenn nicht öffentlicher Raum für private Interessen mißbraucht wird, wenn keine Bäume fallen müssen und Naturraum für ewig versiegelt wird…

Mailath-Pokorny weiters:

„Wir sollten auch nach Standorten suchen, die nicht sofort jedem einfallen.“

ABER NICHT DER AUGARTEN!!!