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Statement des Aktionsradius Wien zu den Vorgängen am Augartenspitz, Wien am 10.7.2009

Seit gut einer Woche markiert ein Bauzaun das idyllische Gelände des Filmarchiv-Sommerkinos.
Vorgestern früh wurde der Augartenspitz für Probebohrungen geräumt – mit mächtigem Polizeieinsatz (http://wien.orf.at/stories/373616/).
Aufgewertet durch den neuen U-Bahnanschluss ist das Stück wilde Grün am Augartenspitz für private Investoren interessant geworden.
Gegen den Widerstand von Bevölkerung und Anrainerinitiativen soll hier ein Konzerthallenkomplex für die Wiener Sängerknaben – finanziert durch den Hedgefondsmanager Peter Pühringer – errichtet werden.
In einem (wie sich nun herausstellt, überhaupt nicht ernst gemeinten) Bürgerbeteiligungs- und Leitbildverfahren durften in den letzten Jahren die Anrainerinnen und Anrainer zur Zukunft des Augartens Stellung nehmen, allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Politik bereits alles Wesentliche beschlossen hatte. Durch ein Köpfezusammenstecken der politisch Verantwortlichen in Bund und Stadt war es also längst beschlossene Sache, dem so genannten „Sängerknabenmäzen“ ein Stück Augarten zu schenken.
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Wie schon im Fall der für die Hakoah im Augarten geplanten Gebäude (wir haben hier schon berichtet) ist die Stadt Wien wieder aufgerufen, attraktive Alternativstandorte nun auch für die Wiener Sängerknaben anzubieten; wie etwa am Stadtentwicklungsareal Nordbahnhof oder Nordwestbahnhof.
In das denkmalgeschützte Ensemble des Augartens passt die Halle für touristische Zwecke sicherlich nicht. Und schon garnicht muss sie auf einen öffentlichen Grund gesetzt werden, der von der Bevölkerung dermaßen benutzt wird.

Mehrmals haben Architekten die Konzerthalle schon umgeplant, sie hat sich vom „Kristall„zur „Tarnkappe“ gewandelt. Es ändert aber wenig an der Unverträglichkeit der Konzerthalle im denkmalgeschützten Parkareal.

Überprüfung vom Rechnungshof gefordert
Wahrscheinlich wird ein neuer Standort dem „Mäzen“ Pühringer aber nicht gefallen, bekam er den Augartenspitz doch vom Bund „geschenkt“; und zwar vom damaligen Minister Bartenstein.
Die Jahresmiete von Euro 10.000,00 für ein Grundstück in allerallerbester Lage gehört, wie Augartenanrainerin Dora Schimako heute bei der Pressekonferenz gefordert hat, rasch vom Rechnungshof geprüft.

Ob Bartenstein sein privates Eigentum auch so „verschleudert“? 🙄

Nordbahnhof – Nordwestbahnhof – Donauplatte
Weiterlesen zu den Alternativen für die Konzerthalle …

Die Gemeinderätin der Grünen und Expertin für Stadtplanung und -Entwicklung berichtet in ihrem Blog von der Aufstellung des Bauzaunes und stellt ganz nebenbei diese grundlegende Frage …

hat wirklich ein privater verein (wr. sängerknaben) das recht einen öffentlichen grund (verwaltet durch die burghauptmannschaft und den wirtschaftsminister), der bisher öffentlich zugänglich war und intensiv genutzt wurde zu vereinnahmen, obwohl er an einer strategisch wichtigen stelle für den park direkt an der ubahnstation liegt …
… ganz abgesehen davon, dass es in unmittelbarer nähe ausreichend bauflächen gibt, die dringend impulse in richtung tourismus bräuchten.

Und die Gemeinderätin unterstützt explizit uns – Anrainer, Parkbesucher und Augartenspitzliebhaber jung und alt, LeopoldstädterInnen, WienerInnen …

ich unterstütze die widerständigen, da es anderswo weitaus bessere standorte für den konzertsaal gäbe! und der augarten eine unwiederbringliche wertvolle denkmalgeschützte innerstädtsiche grünfläche ist.

Dank an die Unterstützung!

Rettet den Augartenspitz

Hier wird dokumentiert, wie wir BewohnerInnen der Leopoldstadt uns gegen die Zerstörung und Vermarktung unseres öffentlichen Raumes wehren!

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